Frühjahr 2018 – Kunstprojekt

Verschwundene Dörfer in Mittelfranken

Der Künstler Dr. Reiner F. Schulz organisiert ein Projekt zum Thema Völkerverständigung, insbesondere in Europa.

Nach dem Zweiten Weltkrieg muss sich Europa neu erfinden, um die inner- und außereuropäischen Herausforderungen bewältigen zu können. Gerade in der heutigen Situation nach Finanzkrise und Brexit wird ein gemeinschaft-liches Europa immer wichtiger.

Um ein tieferes Verständnis für z.B. Frankreich, Polen oder Russland und dessen Handlungsweisen zu erlangen, muss man sich mit unserer gemeinsamen Geschichte auseinandersetzen.

Die Kriege des 20. Jahrhunderts wurden von den Individuen naturgemäß unterschiedlich erlebt und sie leben naturgemäß unterschiedlich im kollektiven Bewusstsein der Nationen weiter. Deutschland und Frankreich waren sehr erfolgreich zum Thema Völkerverständigung.

Die »Villages detruits« in Frankreich sind Kriegsnarben im Norden und Osten Frankreichs, wo während des Stellungskrieges viele Dörfer total zerstört worden sind. Viele davon sind nicht wieder aufgebaut worden, die Flächen wurden aufgeforstet und eingezäunt und tragen ein Ortsschild »Villages détruits/Villages disparus« (zerstörte, verschwunden Dörfer).
In Deutschland gibt es solche landschaftlichen Kriegsnarben nicht. Um die Bevölkerung in Franken darauf aufmerksam zu machen und damit auch einen aktiven Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten, will der Künstler diese Kriegsnarben auf einige fränkische Dörfer übertragen. So sollen in Untermembach, Steudach, Hüttendorf, Herboldshof, und Neunhof Schilder mit der Aufschrift „Verschwundenes Dorf“ angebracht werden. Mittels QR-Code gibt es dann Informationen zur Geschichte und eine weiterführende Ausstellung/Dokumentation im Stadtmuseum Erlangen im November 2018.

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